Kunstrasen-Untergrund richtig vorbereiten

Der richtige Untergrund für Kunstrasen: Beton, Erde, Kies, Splitt oder Terrasse?

Der Untergrund entscheidet darüber, ob Kunstrasen dauerhaft eben liegt, Regenwasser zuverlässig abfließt und die Fläche auch bei regelmäßiger Nutzung stabil bleibt.

Besonders im Garten reicht es deshalb nicht aus, den Kunstrasen direkt auf Erde, Kies oder ein loses Splittbett zu legen. Für Gartenflächen empfehlen wir eine gut verdichtete Tragschicht aus Wegebaumaterial in der Körnung 0/8 oder 0/16.

Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus Splitt und Brechsand, das sich verdichten und zugleich eben abziehen lässt. Besonders die Körnung 0/8 eignet sich für ein feines und gleichmäßiges Planum. Geeignetes Recyclingmaterial, kurz RC-Material, in 0/8 oder 0/16 kann eine kostengünstigere Alternative sein.

Untergrund für Kunstrasen aus verdichtetem Wegebaumaterial

Kurz erklärt: Welcher Untergrund eignet sich für Kunstrasen?

Im Garten eignet sich verdichtbares Wegebaumaterial aus Splitt und Brechsand in 0/8 oder 0/16. Besonders 0/8 lässt sich fein und gleichmäßig abziehen. Geeignetes RC-Material derselben Körnung kann eine günstigere Alternative sein. Auf Beton, Terrassen und Balkonen ist vor allem eine dauerhaft funktionierende Entwässerung entscheidend. Reine Erde, Kies oder ein loses Splittbett sind als direkter Untergrund nicht geeignet.

Der passende Untergrund für Kunstrasen im Überblick

Welche Lösung geeignet ist, hängt davon ab, ob der Kunstrasen auf einer Gartenfläche oder auf einem bereits befestigten Untergrund verlegt wird. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Empfehlungen.

Tabelle seitlich wischen, um alle Inhalte zu sehen.

Ausgangsfläche Empfohlener Aufbau Eignung
Erde oder gewachsener Boden 5–10 cm verdichtetes Wegebaumaterial 0/8 oder 0/16, anschließend Geotextil und Kunstrasen Gut geeignet, wenn ein tragfähiger Unterbau hergestellt wird
RC-Material Geeignetes Recyclingmaterial 0/8 oder 0/16 verdichten und eben abziehen Günstigere Alternative zu einem Splitt-Brechsand-Gemisch
Beton Vorhandene Fläche prüfen; bei Bedarf Drainageschicht oder Drainageplatten einsetzen Geeignet, wenn Wasser vollständig ablaufen kann
Drainagebeton Eben und wasserdurchlässig herstellen Sehr gute Lösung bei Neubauten
Fliesen oder Terrassenplatten Gefälle, Abläufe und Zustand prüfen; gegebenenfalls Drainageplatten verwenden Je nach Aufbau gut geeignet
Holzterrasse Konstruktive Eignung prüfen und geeignete Drainageplatten einsetzen Nur geeignet, wenn Entwässerung sowie Hinter- und Durchlüftung gewährleistet sind
Kies Nicht als direkten Untergrund verwenden Nicht geeignet, da rundes Korn nicht ausreichend verdichtbar ist
Reiner Splitt Nicht als alleinige Tragschicht verwenden Nicht geeignet, da die dauerhafte Flächenstabilität fehlt

Kunstrasen im Garten: der richtige Aufbau

Kunstrasen sollte im Garten niemals direkt auf Erde verlegt werden. Mutterboden verändert sich durch Feuchtigkeit, Frost und Belastung. Er kann aufweichen, absacken oder sich ungleichmäßig setzen. Zusätzlich können Schlamm und feine Bodenbestandteile durch die Drainageöffnungen des Kunstrasens nach oben gelangen.

Auf dem vorhandenen Boden wird deshalb eine etwa 5 bis 10 cm starke Tragschicht eingebaut. Empfohlen wird ein verdichtbares Wegebaumaterial aus Splitt und Brechsand in der Körnung 0/8 oder 0/16. Besonders 0/8 lässt sich fein verteilen und gleichmäßig nivellieren.

Eine günstigere Alternative kann geeignetes RC-Material in 0/8 oder 0/16 sein. Auch dieses muss sorgfältig verdichtet und eben abgezogen werden. Auf die fertige Tragschicht folgt ein Geotextil. Anschließend kann der Kunstrasen verlegt werden.

Empfohlener Aufbau im Garten

Gewachsener Boden → 5–10 cm verdichtetes Wegebaumaterial oder geeignetes RC-Material → Geotextil → Kunstrasen

Die erforderliche Schichtstärke kann je nach Bodenbeschaffenheit, Entwässerung und Nutzung variieren. Bei instabilen oder schlecht versickernden Böden kann ein stärkerer oder angepasster Aufbau erforderlich sein.

Warum Erde, Kies und reiner Splitt nicht geeignet sind

Kunstrasen direkt auf Erde

Erde ist weder dauerhaft formstabil noch zuverlässig eben. Bei Feuchtigkeit kann sie weich oder matschig werden, während sich andere Bereiche setzen können. Dadurch entstehen mit der Zeit Mulden, Wellen und Unebenheiten. Eine direkte Verlegung auf Erde empfehlen wir deshalb nicht.

Kies als Untergrund

Kies besteht überwiegend aus rundem Korn. Die einzelnen Steine verzahnen sich kaum miteinander und lassen sich daher nicht ausreichend verdichten. Die Fläche kann unter Belastung nachgeben oder sich verschieben. Kies eignet sich deshalb nicht als direkte Tragschicht für Kunstrasen.

Reiner Splitt als Untergrund

Auch ein reines Splittbett, wie es beispielsweise beim Pflastern verwendet wird, ist als alleiniger Untergrund nicht empfehlenswert. Splitt lässt sich zwar gut verteilen und abziehen, bietet ohne bindige Feinanteile jedoch nicht die erforderliche dauerhafte Flächenstabilität.

Entscheidend ist die Materialmischung: Wegebaumaterial aus Splitt und Brechsand verbindet Verdichtbarkeit, Ebenheit und Wasserdurchlässigkeit.

Welche Körnung eignet sich für den Kunstrasen-Unterbau?

Für private Gartenflächen kommen vor allem Wegebaumaterialien in den Körnungen 0/8 und 0/16 infrage. Die erste Zahl bezeichnet den enthaltenen Feinanteil, die zweite das größte enthaltene Korn.

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Körnung Eigenschaften Empfehlung
0/8 Feiner, sehr gut nivellierbar und gleichmäßig abziehbar Besonders gut für das fertige Planum unter Kunstrasen geeignet
0/16 Gröber, gut verdichtbar und tragfähig Je nach Boden und Aufbau ebenfalls geeignet
RC 0/8 oder 0/16 Verdichtbares Recyclingmaterial Kostengünstige Alternative, sofern das Material für den Aufbau geeignet ist

Die Bezeichnungen können regional variieren. Das Material wird unter anderem als Wegebaumaterial, Mineralgemisch, Brechsand-Splitt-Gemisch oder RC-Material angeboten. Entscheidend ist, dass es sich gut verdichten, eben abziehen und ausreichend entwässern lässt.

Kunstrasen auf Beton, Terrasse oder Balkon

Bei Betonflächen, Terrassen und Balkonen muss in der Regel keine klassische Tragschicht hergestellt werden. Entscheidend ist, dass der vorhandene Untergrund stabil, möglichst eben und konstruktiv entwässert ist.

Kunstrasen besitzt Drainageöffnungen in seiner Trägerschicht. Diese sorgen jedoch nur dafür, dass Wasser durch den Kunstrasen gelangt. Unterhalb des Belags muss es anschließend vollständig ablaufen können. Stehendes Wasser auf dem vorhandenen Untergrund wird durch den Kunstrasen nicht beseitigt.

Drainagebeton bei Neubauten

Bei neu hergestellten Flächen ist Drainagebeton eine sehr gute Lösung. Er ist tragfähig, kann eben eingebaut werden und bleibt wasserdurchlässig. Voraussetzung ist, dass der gesamte Aufbau fachgerecht geplant ist und das Wasser zuverlässig weitergeleitet wird.

Bestehende Betonflächen

Vor der Verlegung auf einer bestehenden Betonfläche sollten Gefälle, Abläufe, Risse und Vertiefungen geprüft werden. Bleibt Wasser stehen, sollte unter dem Kunstrasen eine geeignete Drainageschicht beziehungsweise ein System aus Drainageplatten vorgesehen werden.

Die Platten schaffen Abstand zwischen Beton und Kunstrasen und unterstützen den seitlichen Wasserablauf. Abläufe, Rinnen und Entwässerungsöffnungen dürfen dabei nicht verdeckt werden.

Fliesen und Terrassenplatten

Auf Fliesen oder Terrassenplatten gelten vergleichbare Anforderungen. Der vorhandene Belag muss fest sitzen, ausreichend Gefälle besitzen und das Wasser zu den vorgesehenen Abläufen führen. Bei tiefen Fugen, ungleichmäßigen Platten oder unzureichender Entwässerung kann eine zusätzliche Drainageschicht erforderlich sein.

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Kunstrasen auf einer Holzterrasse

Kunstrasen kann grundsätzlich auf einer Holzterrasse verlegt werden. Dieser Aufbau ist jedoch deutlich sensibler als eine Verlegung auf mineralischen Untergründen. Eine pauschale Empfehlung ist deshalb nicht möglich.

Vor der Verlegung muss konstruktiv sichergestellt sein, dass keine Staunässe entstehen kann und die Hinter- und Durchlüftung der gesamten Holzkonstruktion erhalten bleibt. Regen-, Reinigungs- und Oberflächenwasser muss jederzeit zuverlässig und vollständig ablaufen können.

Wir empfehlen auf Holzterrassen grundsätzlich geeignete Drainageplatten. Sie schaffen Abstand zwischen Kunstrasen und Holzoberfläche, unterstützen den Wasserablauf und verbessern die Hinterlüftung. Auch mit Drainageplatten muss jedoch gewährleistet sein, dass die vorhandene Konstruktion für eine Abdeckung geeignet ist.

Wichtiger Hinweis zu Holzterrassen

Vor der Verlegung muss geprüft werden, ob die vorhandene Holzterrasse konstruktiv für eine Abdeckung mit Kunstrasen geeignet ist. Entwässerung sowie Hinter- und Durchlüftung müssen über die gesamte Nutzungsdauer erhalten bleiben. Bei Unsicherheit sollte die Konstruktion vorab durch einen geeigneten Fachbetrieb beurteilt werden.

Beschädigte, bereits feuchte oder unzureichend belüftete Holzterrassen sollten nicht einfach mit Kunstrasen abgedeckt werden.

So bereiten Sie den Untergrund im Garten richtig vor

  1. Fläche abstecken und Boden ausheben

    Markieren Sie die geplante Kunstrasenfläche und entfernen Sie vorhandenen Rasen, Pflanzenreste, Wurzeln und lockeren Mutterboden. Die Aushubtiefe richtet sich nach der vorgesehenen Tragschicht und der Höhe des Kunstrasens.

  2. Tragschicht einbauen

    Bringen Sie etwa 5–10 cm Wegebaumaterial aus Splitt und Brechsand in 0/8 oder 0/16 ein. Alternativ kann geeignetes RC-Material derselben Körnung verwendet werden.

  3. Material sorgfältig verdichten

    Verteilen Sie das Material gleichmäßig und verdichten Sie es mit einer geeigneten Rüttelplatte. Bei größeren Schichtstärken sollte das Material lagenweise eingebaut und verdichtet werden.

  4. Oberfläche exakt abziehen

    Stellen Sie eine ebene, geschlossene und gleichmäßig verdichtete Oberfläche her. Unebenheiten können später durch den Kunstrasen sichtbar bleiben.

  5. Geotextil verlegen

    Legen Sie das Geotextil faltenfrei auf die fertige Tragschicht. Die Bahnen sollten ausreichend überlappen und dürfen sich beim anschließenden Auslegen des Kunstrasens nicht verschieben.

  6. Kunstrasen ausrollen und grob ausrichten

    Rollen Sie zunächst alle Bahnen aus, richten Sie diese auf der Fläche aus und schneiden Sie sie nur grob vor. Kontrollieren Sie bereits jetzt, dass die Halme sämtlicher Bahnen in dieselbe Richtung zeigen.

  7. Material entspannen lassen

    Lassen Sie den Kunstrasen abhängig von der Außentemperatur einige Zeit flach auf dem vorbereiteten Untergrund liegen. Dadurch kann sich das Material entspannen und vorhandene Transportfalten können sich glätten.

  8. Bahnen exakt ausrichten und zuschneiden

    Sobald der Kunstrasen satt und faltenfrei aufliegt, richten Sie die Bahnen exakt aus und kontrollieren erneut die Halmrichtung. Erst danach erfolgt der endgültige Zuschnitt.

  9. Nähte verbinden und Kunstrasen befestigen

    Verkleben Sie die Nähte sauber mit geeignetem Kunstrasentape oder Kleber. Anschließend wird der Kunstrasen an den Rändern und je nach Fläche mit geeigneten Erdankern befestigt.

Häufige Fehler beim Kunstrasen-Untergrund

Direkt auf Erde verlegen

Der Boden kann aufweichen, absacken oder Schlamm nach oben drücken.

Kies als Tragschicht verwenden

Das runde Korn verzahnt sich nicht ausreichend und lässt sich nicht dauerhaft stabil verdichten.

Reinen Splitt einbauen

Ein loses Splittbett besitzt ohne Feinanteile nicht die erforderliche dauerhafte Flächenstabilität.

Entwässerung unterschätzen

Drainagelöcher im Kunstrasen helfen nicht, wenn das Wasser auf dem Untergrund stehen bleibt.

Holz pauschal abdecken

Fehlende Hinterlüftung oder Staunässe kann die Holzkonstruktion dauerhaft schädigen.

Halmrichtung nicht prüfen

Unterschiedlich ausgerichtete Bahnen erzeugen sichtbare Farb- und Strukturunterschiede.

Fazit: Nicht das einzelne Material, sondern der richtige Aufbau entscheidet

Für Gartenflächen ist ein verdichtbares Wegebaumaterial aus Splitt und Brechsand in 0/8 oder 0/16 die bevorzugte Lösung. Besonders 0/8 lässt sich fein nivellieren. Geeignetes RC-Material kann eine günstigere Alternative sein.

Direkt auf Erde, Kies oder reinem Splitt sollte Kunstrasen nicht verlegt werden. Auf Beton, Fliesen, Terrassen und Balkonen steht dagegen die konstruktive Entwässerung im Mittelpunkt. Bei Holzterrassen müssen zusätzlich Hinter- und Durchlüftung dauerhaft gewährleistet sein.

Ein geeigneter Untergrund ist stabil, gleichmäßig verdichtet, möglichst eben und so aufgebaut, dass Wasser jederzeit zuverlässig ablaufen kann.

Weiterführende Ratgeber rund um Kunstrasen

Sie möchten sich noch intensiver mit dem Thema beschäftigen? In unseren weiteren Ratgebern finden Sie praktische Tipps, ausführliche Anleitungen und Informationen zu verschiedenen Einsatzbereichen.

Häufig gestellte Fragen zum Kunstrasen-Untergrund

Empfohlen wird eine verdichtete Tragschicht aus Wegebaumaterial in 0/8 oder 0/16. Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus Splitt und Brechsand. Besonders 0/8 lässt sich fein und gleichmäßig abziehen. Geeignetes RC-Material derselben Körnung kann eine günstigere Alternative sein.

Nein. Erde verändert sich durch Feuchtigkeit, Frost und Belastung und kann weich werden oder absacken. Im Garten sollte deshalb zunächst eine etwa 5–10 cm starke, gut verdichtete Tragschicht hergestellt werden.

Für viele private Gartenflächen werden etwa 5–10 cm verdichtetes Wegebaumaterial verwendet. Die tatsächlich erforderliche Stärke hängt jedoch von Bodenbeschaffenheit, Entwässerung und Nutzung ab.

Nein, nicht als alleinige Tragschicht. Ein reines Splittbett lässt sich zwar eben abziehen, besitzt jedoch nicht die notwendige dauerhafte Flächenstabilität. Geeigneter ist ein Gemisch aus Splitt und Brechsand.

Eine direkte Verlegung auf Kies empfehlen wir nicht. Rundes Kieskorn verzahnt sich kaum und lässt sich nicht ausreichend stabil verdichten. Dadurch kann sich die Fläche unter Belastung verschieben.

0/8 enthält kleinere Körner und lässt sich besonders fein und gleichmäßig nivellieren. 0/16 ist gröber, aber ebenfalls gut verdichtbar. Welche Körnung besser geeignet ist, hängt vom geplanten Aufbau und den örtlichen Bedingungen ab.

Ja, geeignetes RC-Material in 0/8 oder 0/16 kann als günstigere Alternative zu einem Splitt-Brechsand-Gemisch verwendet werden. Es muss sich ausreichend verdichten und eben abziehen lassen.

Das ist möglich, wenn die Betonfläche stabil, ausreichend eben und zuverlässig entwässert ist. Bleibt Wasser stehen, sollte eine geeignete Drainageschicht beziehungsweise ein System aus Drainageplatten vorgesehen werden.

Ja. Bei Neubauten ist Drainagebeton eine sehr gute Lösung, weil er tragfähig, wasserdurchlässig und eben herstellbar ist. Die weitere Ableitung des Wassers muss konstruktiv sichergestellt sein.

Nur wenn die Holzkonstruktion für die Abdeckung geeignet ist und Entwässerung sowie Hinter- und Durchlüftung dauerhaft gewährleistet sind. Wir empfehlen zusätzlich geeignete Drainageplatten. Bei Unsicherheit sollte die Konstruktion vor der Verlegung fachlich geprüft werden.

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