Untergrund richtig vorbereiten

Kann man Kunstrasen auf alten Rasen legen?

Nein – hochwertiger Kunstrasen sollte nicht direkt auf bestehenden Naturrasen oder eine Wiese verlegt werden. Die Grasnarbe ist nicht dauerhaft tragfähig, kann sich mit der Zeit ungleichmäßig setzen und beeinträchtigt häufig den Wasserablauf. Dadurch entstehen schnell Unebenheiten, Staunässe oder Unkrautprobleme. Für ein dauerhaft ebenes und belastbares Ergebnis sollte der alte Rasen deshalb entfernt und ein tragfähiger, wasserdurchlässiger Unterbau hergestellt werden. In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum eine direkte Verlegung problematisch ist, welche Ausnahmen es gibt und wie Sie den Untergrund richtig vorbereiten.

Untergrund für Kunstrasen aus verdichtetem Wegebaumaterial

Kurz erklärt

Kunstrasen sollte nicht direkt auf bestehendem Naturrasen verlegt werden. Für eine dauerhaft ebene, stabile und wasserdurchlässige Fläche wird der alte Rasen in der Regel entfernt und durch einen fachgerecht vorbereiteten Unterbau ersetzt.

Warum sollte man Kunstrasen nicht direkt auf Rasen verlegen?

Ein bestehender Naturrasen ist kein geeigneter Untergrund für eine dauerhafte Kunstrasenfläche. Die Grasnarbe und die organischen Bodenschichten verändern sich im Laufe der Zeit und bieten keine dauerhaft stabile Grundlage. Dadurch können verschiedene Probleme entstehen, die sich häufig erst Monate nach der Verlegung bemerkbar machen.

Der Untergrund setzt sich

Nach der Verlegung zersetzen sich Grasnarbe und Wurzeln nach und nach. Dadurch verliert der Boden an Volumen und kann sich unterschiedlich stark setzen. Die Folge sind Unebenheiten und Vertiefungen, die später auch im Kunstrasen sichtbar werden können.

Regenwasser läuft schlechter ab

Ein fachgerecht aufgebauter Unterbau sorgt dafür, dass Niederschlagswasser zuverlässig versickern kann. Bleibt der alte Rasen erhalten, wird diese Drainagewirkung häufig beeinträchtigt. Feuchtigkeit verbleibt länger im Boden und die Fläche trocknet langsamer ab.

Unkraut und Wurzeln bleiben aktiv

Im Boden vorhandene Wurzeln, Samen und Ausläufer verschwinden durch den Kunstrasen nicht. Ohne geeigneten Unterbau und Unkrautvlies kann Vegetation weiterwachsen und sich an einzelnen Stellen bemerkbar machen.

Die Lebensdauer kann sinken

Ein instabiler Untergrund belastet den Kunstrasen dauerhaft. Bewegungen im Boden können die Oberfläche, Verklebungen und Nähte stärker beanspruchen als bei einem fachgerecht vorbereiteten Untergrund.

Welche Risiken entstehen bei einer direkten Verlegung auf Rasen?

Wer Kunstrasen ohne geeignete Vorbereitung direkt auf bestehenden Naturrasen verlegt, spart zunächst Arbeit. Langfristig können jedoch Probleme entstehen, deren Beseitigung deutlich aufwendiger ist als ein fachgerecht vorbereiteter Unterbau. Zu den häufigsten Folgen gehören:

Unebene Oberfläche

Setzt sich der Untergrund unterschiedlich stark, entstehen Mulden oder leichte Wellen. Dadurch verliert die Fläche ihre gleichmäßige Optik und fühlt sich beim Begehen weniger stabil an.

Feuchtigkeit bleibt länger im Boden

Kann Regenwasser nicht gleichmäßig versickern, trocknet die Fläche langsamer ab. Besonders in schattigen Gartenbereichen kann dauerhaft erhöhte Feuchtigkeit die Nutzung beeinträchtigen.

Mehr Pflegeaufwand

Wachsen Pflanzen aus dem bestehenden Boden nach oder setzt sich Schmutz in Vertiefungen fest, steigt der Pflegeaufwand. Die gewünschte pflegeleichte Kunstrasenfläche wird dadurch deutlich aufwendiger.

Nachträgliche Nacharbeiten

Treten Unebenheiten oder andere Probleme erst nach der Verlegung auf, muss der Kunstrasen häufig teilweise oder vollständig aufgenommen werden. Eine sorgfältige Untergrundvorbereitung ist deshalb meist deutlich wirtschaftlicher als spätere Korrekturen.

Praxis-Tipp

Aus unserer Erfahrung entstehen die meisten Reklamationen bei Kunstrasen nicht durch das Produkt selbst, sondern durch einen unzureichend vorbereiteten Untergrund. Deshalb lohnt es sich, die Fläche vor der Verlegung sorgfältig zu planen und fachgerecht aufzubauen.

Gibt es Ausnahmen für eine Verlegung auf bestehendem Rasen?

Für dauerhaft genutzte Gartenflächen sollte Kunstrasen nicht direkt auf bestehenden Naturrasen gelegt werden. In wenigen Ausnahmefällen kann er jedoch kurzfristig lose auf einer Rasenfläche ausgelegt werden – beispielsweise für Veranstaltungen oder Dekorationszwecke. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine fachgerechte Dauerlösung.

Kurzfristige Nutzung bei Veranstaltungen

Für ein Gartenfest, eine Ausstellung oder eine vorübergehende Dekorationsfläche kann Kunstrasen lose auf eine möglichst trockene und ebene Rasenfläche gelegt werden. Voraussetzung ist, dass die Fläche nur kurz genutzt und der Belag anschließend wieder entfernt wird.

Wichtig bei einer provisorischen Verlegung

  • Die Rasenfläche sollte trocken, kurz gemäht und möglichst eben sein.
  • Der Kunstrasen darf keine Stolperstellen oder hochstehenden Kanten bilden.
  • Schwere Möbel oder punktuelle Lasten sollten vermieden werden.
  • Nach Regen sollte der Belag zeitnah aufgenommen und getrocknet werden.
  • Die lose Verlegung sollte nur wenige Tage dauern.
  • Der Kunstrasen sollte nach der Nutzung wieder vollständig aufgenommen und trocken gelagert werden.

Warum die provisorische Lösung nicht dauerhaft bleiben sollte

Wird Kunstrasen über einen längeren Zeitraum auf Naturrasen belassen, leidet die Grasnarbe unter fehlendem Licht und eingeschränkter Luftzirkulation. Gleichzeitig kann sich Feuchtigkeit länger im Untergrund halten. Deshalb eignet sich diese Lösung ausschließlich für kurzfristige Einsätze und nicht für dauerhaft genutzte Gartenflächen.

Eine lose Verlegung auf Rasen eignet sich daher nicht für dauerhaft genutzte Gartenflächen, Spielflächen, Hundebereiche oder Sitzplätze. Auch kleine Flächen profitieren von einem vorbereiteten Untergrund, wenn der Kunstrasen längerfristig liegen soll.

Keine Ausnahme für festen Garten-Kunstrasen

Für dauerhaft verlegten Kunstrasen führt an einem vorbereiteten Unterbau kein Weg vorbei. Ein Unkrautvlies allein ersetzt keine tragfähige Tragschicht.

Kunstrasen nur auf den alten Rasen legen und später nachbessern?

Von diesem Vorgehen raten wir ab. Muss der Untergrund später doch nachgebessert werden, müssen zugeschnittene und verklebte Kunstrasenbahnen häufig wieder aufgenommen werden. Die sorgfältige Vorbereitung vor der Verlegung ist deshalb meist einfacher, wirtschaftlicher und langlebiger.

So bereiten Sie den Untergrund richtig vor

Ein hochwertiger Kunstrasen kann seine volle Lebensdauer nur auf einem fachgerecht vorbereiteten Untergrund erreichen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Oberfläche, sondern der gesamte Schichtaufbau darunter. Jede Lage erfüllt eine bestimmte Aufgabe – von der Tragfähigkeit über die Entwässerung bis hin zur dauerhaft ebenen Oberfläche.

1. Alten Rasen vollständig entfernen

Die Grasnarbe sowie Wurzeln und organische Pflanzenreste sollten vollständig entfernt werden. Als Orientierungswert werden bei privaten Gärten häufig etwa 8 bis 12 cm Oberboden abgetragen. Dadurch entsteht eine stabile Grundlage für den neuen Unterbau.

2. Tragfähige Grundlage herstellen

Nach dem Bodenaushub wird der Untergrund verdichtet und anschließend eine Tragschicht aus Mineralgemisch oder Schotter eingebaut. Sie verteilt spätere Belastungen gleichmäßig, verhindert Setzungen und sorgt gleichzeitig für eine zuverlässige Entwässerung.

3. Fläche exakt ausgleichen

Eine etwa 2 bis 3 cm starke Splittschicht bildet das Feinplanum. Sie gleicht kleinere Unebenheiten aus und schafft die ebene Oberfläche, auf der der Kunstrasen später sauber aufliegt.

4. Unkrautvlies als Ergänzung

Das Unkrautvlies reduziert den Durchwuchs von Unkraut und trennt den Unterbau vom Kunstrasen. Es ersetzt jedoch keine Tragschicht und kann einen unzureichenden Untergrund nicht ausgleichen.

Orientierungswerte für private Gartenflächen

Die erforderliche Aufbauhöhe hängt von der Bodenbeschaffenheit und der späteren Nutzung ab. Für typische Gartenflächen haben sich folgende Richtwerte bewährt:

Aufbauschicht Orientierungswert Aufgabe
Bodenaushub ca. 8–12 cm Entfernt Grasnarbe und organische Bodenschichten als Grundlage für den Unterbau.
Mineralgemisch / Schotter ca. 6–10 cm Übernimmt die Tragfähigkeit und sorgt für einen dauerhaft wasserdurchlässigen Untergrund.
Feinsplitt ca. 2–3 cm Erzeugt eine ebene Oberfläche und gleicht kleine Unebenheiten aus.
Unkrautvlies 1 Lage Reduziert den Durchwuchs von Unkraut und trennt den Unterbau vom Kunstrasen.
Kunstrasen je nach Modell Bildet die strapazierfähige und pflegeleichte Nutzschicht.

Benötigte Materialien

Für einen fachgerechten Unterbau werden – je nach Bodenbeschaffenheit und Flächengröße – folgende Materialien benötigt:

Material Verwendung
Mineralgemisch (0/32) Tragfähige und wasserdurchlässige Tragschicht.
Feinsplitt (2/5) Zum Ausgleichen und Erstellen einer ebenen Oberfläche.
Unkrautvlies Reduziert das Durchwachsen von Unkraut.
Kunstrasen Je nach Einsatzbereich und gewünschter Optik.
Nahtband und Kleber Zum dauerhaften Verbinden mehrerer Bahnen.
Rasennägel oder Randbefestigung Für einen sicheren Abschluss an den Außenkanten.

Alle Materialien sollten optimal aufeinander abgestimmt sein. Ein geeigneter Unterbau sowie hochwertiges Verlegezubehör tragen entscheidend dazu bei, dass die Kunstrasenfläche dauerhaft eben, belastbar und pflegeleicht bleibt.

Gut zu wissen

Die genannten Aufbauhöhen dienen als Orientierungswerte für typische private Gartenflächen. Je nach Bodenbeschaffenheit, geplanter Nutzung oder besonderen Anforderungen kann der erforderliche Schichtaufbau davon abweichen.

Wie Sie den Untergrund anschließend Schritt für Schritt vorbereiten, den Kunstrasen zuschneiden, verkleben und befestigen, zeigen wir ausführlich in unserer Anleitung zum Kunstrasen verlegen.

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Welche Alternativen gibt es, wenn der alte Rasen erhalten bleiben soll?

Soll der bestehende Rasen erhalten bleiben, bieten sich vor allem bereits befestigte Flächen als Alternative an. Auf Terrassen, Balkonen oder Dachterrassen ist in der Regel kein Bodenaushub erforderlich. Voraussetzung ist ein ebener, tragfähiger Untergrund und eine funktionierende Entwässerung.

Teilbereiche statt der gesamten Rasenfläche gestalten

Häufig ist es gar nicht notwendig, den kompletten Garten mit Kunstrasen auszustatten. Viele unserer Kunden entscheiden sich bewusst dafür, nur stark beanspruchte Bereiche dauerhaft zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise:

Oft die wirtschaftlichste Lösung

Statt den gesamten Garten umzugestalten, kann es sinnvoll sein, nur die besonders pflegeintensiven oder stark genutzten Bereiche mit Kunstrasen auszustatten. Das spart Materialkosten und verbindet die natürliche Optik von Rasen mit den Vorteilen eines hochwertigen Kunstrasens.

Kunstrasen auf Terrasse oder Balkon als Alternative

Wer den bestehenden Gartenrasen erhalten möchte, kann Kunstrasen stattdessen auf einer Terrasse, einem Balkon oder einer Dachterrasse verlegen. Dort wird kein Bodenaushub benötigt und der vorhandene Untergrund kann – je nach Aufbau – häufig direkt genutzt werden.

Wichtig ist lediglich ein geeigneter Untergrund. Dadurch lässt sich der Kunstrasen schnell verlegen und bei Bedarf später auch wieder entfernen.

Einsatzbereich Bodenaushub erforderlich? Empfehlung
Garten auf bestehendem Rasen Ja Alten Rasen entfernen und Unterbau neu aufbauen.
Terrasse Nein Bei geeignetem Untergrund meist direkt verlegbar.
Balkon Nein Ideal für eine schnelle und saubere Verlegung.
Dachterrasse Nein Untergrund und Entwässerung vorab prüfen.
Temporäre Veranstaltungsfläche Nein Lose Verlegung für wenige Tage möglich.

Typische Fehler beim Untergrundaufbau vermeiden

Die meisten Probleme entstehen nicht durch den Kunstrasen selbst, sondern bereits beim Untergrund. Werden einzelne Arbeitsschritte ausgelassen oder Materialien falsch eingesetzt, lassen sich diese Fehler später meist nur mit erheblichem Aufwand korrigieren.

Typischer Fehler Mögliche Folge So vermeiden Sie ihn
Untergrund unzureichend verdichtet Setzungen und Unebenheiten Unterbau lagenweise verdichten und regelmäßig kontrollieren.
Tragschicht zu dünn oder fehlt Instabile Fläche und schlechter Wasserablauf Eine ausreichend starke, wasserdurchlässige Tragschicht einbauen.
Splitt nicht sauber abgezogen Wellen und sichtbare Unebenheiten Feinplanum sorgfältig und eben herstellen.
Kein Gefälle berücksichtigt Regenwasser bleibt länger auf der Fläche Ein leichtes Gefälle von etwa 1–2 % einplanen.
Ungeeignetes Zubehör verwendet Höherer Pflegeaufwand und geringere Haltbarkeit Passendes Unkrautvlies und geeignetes Verlegezubehör verwenden.
Kunstrasen nicht passend zum Einsatzbereich gewählt Optik und Nutzung entsprechen nicht den Erwartungen Florhöhe und Eigenschaften an Garten, Terrasse oder Haustiere anpassen.

Unser Tipp

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Vorbereitung des Untergrunds. Kleine Ungenauigkeiten fallen während der Verlegung oft kaum auf, machen sich jedoch nach einigen Wochen oder Monaten häufig durch Unebenheiten oder einen schlechteren Wasserablauf bemerkbar.

Fazit: Kunstrasen sollte nicht direkt auf alten Rasen gelegt werden

Die direkte Verlegung von Kunstrasen auf bestehendem Naturrasen mag zunächst Zeit und Arbeit sparen, ist für eine dauerhaft schöne und belastbare Fläche jedoch nicht zu empfehlen. Der natürliche Untergrund verändert sich ständig, wodurch Unebenheiten, Staunässe und eine verkürzte Lebensdauer des Kunstrasens entstehen können.

Für private Gärten hat sich ein fachgerecht vorbereiteter Unterbau aus verdichtetem Mineralgemisch, Feinsplitt und Unkrautvlies bewährt. Er sorgt für eine ebene Oberfläche, eine zuverlässige Entwässerung und eine langfristig stabile Kunstrasenfläche.

Häufige Fragen zu Kunstrasen auf Rasen legen

Nein. Für eine dauerhafte Verlegung sollte der alte Rasen vollständig entfernt werden. Nur ein tragfähiger und verdichteter Untergrund sorgt für eine ebene und langlebige Kunstrasenfläche.

Die Grasnarbe zersetzt sich mit der Zeit. Dadurch können Unebenheiten, Staunässe und durchwachsende Pflanzen entstehen, die das Erscheinungsbild und die Lebensdauer des Kunstrasens beeinträchtigen.

Im Garten werden in der Regel etwa 8 bis 12 cm Oberboden entfernt. Anschließend wird eine Tragschicht aus Mineralgemisch sowie eine Splittschicht eingebaut.

Nein. Ein Unkrautvlies reduziert zwar das Durchwachsen von Unkraut, ersetzt jedoch keinen tragfähigen und wasserdurchlässigen Unterbau.

Ja. Für Veranstaltungen oder kurzfristige Einsätze kann Kunstrasen lose auf einem kurz gemähten Rasen ausgelegt werden. Für eine dauerhafte Nutzung ist diese Lösung jedoch nicht geeignet.

Ein verdichteter Unterbau aus Mineralgemisch mit einer ebenen Splittschicht und Unkrautvlies bietet die besten Voraussetzungen für eine langlebige und pflegeleichte Kunstrasenfläche.

Am einfachsten gelingt die Auswahl mit einer kostenlosen Musterbox. So können verschiedene Modelle hinsichtlich Optik, Florhöhe und Haptik direkt zu Hause miteinander verglichen werden.

Ja. Mit einem fachgerecht vorbereiteten Untergrund und einer guten Verlegeanleitung lässt sich Kunstrasen auch in Eigenregie verlegen. Entscheidend für das spätere Ergebnis ist dabei vor allem die sorgfältige Vorbereitung des Untergrunds.

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